Risiken und Vorteile beschichteter Stents
Heilungshemmung als Therapieprinzip - ein Paradoxon mit paradoxen Effekten
DES (drug eluting stents)
Jahrelang frustrierten Wiedereinengungen nach Ballondehnung und Einsetzen von Stents Patienten und Ärzte - bis die beschichteten Stents dieses Problem lösten - aber auch ein anderes Problem dafür heraufbeschworen: die Gefahr einer Stentthrombose.
In der Beschichtung sind wachstumshemmende Medikamente, die in den ersten Monaten in die Umgebung des Stents freigesetzt werden. Sie verhindern erfolgreich überschiessendes Narbenwachstum und dadurch entstehende allmähliche Wiedereinengungen der Kranzgefäße - aber behindern auch das schnelle und sichere Einheilen des Stents durch Überwachsen mit einer neuen Gefäßinnenhaut. Dadurch kann es leichter zu Stentthrombosen kommen - plötzlichen vollständigen Stentverschlüssen mit der Folge eines akuten Herzinfarkts mit all seinen lebensbedrohlichen Risiken (hier insbesondere Schock durch Pumpversagen).
DES haben das Arsenal der interventionellen Kardiologie bereichert - insbesondere bei Patienten bzw Kranzgefäßeinengungen mit erhöhtem oder schon bewiesenem Rezidivrisiko - also dem Risiko einer Restenose, wie die Wiedereinengung durch überschiessende Narbenbildung genannt wird. Aber sie haben nicht alle Probleme einer Gefäßerweiterung gelöst - wie viele anfangs hofften. Es wäre auch zu schön um wahr zu sein - die einfache Patentuniversallösung gibt es nach wie vor leider nicht. Die Lösung im Konkreten liegt in einer auf 12 Monate verlängerten doppelten Blutplättchenhemmung mit ASS/Aspirin und Clopidogrel (Plavix, Iscover). Wenn eine Operation absehbar ist, muß auf DES verzichtet werden. Bei Berücksichtigung dieser Regeln haben sich DES mittlerweile insgesamt bewährt.
Es gilt bei der Wahl des Stents abzuwägen: das Risiko der Restenose gegen das Risiko der späten Stentthrombose und dem erhöhten Blutungsrisiko durch die bei DES verlängerte doppelte Blutplättchenhemmung. Ein individuelles Abwägen und entsprechend differenziertes Vorgehen echter Spezialisten im positiven Wortsinn bleibt erforderlich. Und auf solche Spezialisten treffen Sie auch in den 5 essener Interventionskliniken. Für jede Stenose der richtige Stent - die Auswahl ist groß, die Erfahrung der Katheterspezialisten mittlerweile auch. Vertrauen ist angebracht und förderlich.
Wodurch wird das Risiko einer Stentthrombose akut gesteigert?
1. durch zu frühes Absetzen von Clopidogrel (Plavix oder Iscover)
2. durch leichtfertiges Absetzen von ASS bzw Aspirin - z.B. wegen Zahnziehen oder einer Operation.
Oft muß ASS bei Bagatelleingriffen oder gut machbarer Blutstillung gar nicht unbedingt abgesetzt werden - eine besonnene Abwägung hat vorher zu erfolgen - im Zweifelsfall sollte der Kardiologe um Rat gefragt werden!
3. durch schlampige Einnahme oder bei unaufgeklärtem Patienten.
Die Gruppe der notfallmäßig versorgten Patienten mit akutem Herzinfarkt gehört auch zu denen, die öfter von Komplikationen der DES ( bzw Medikamenten freisetzenden Stents) betroffen sind und sich bei jeder Änderung ihres Medikationsplans unbedingt durch ihren Kardiologen oder die Interventionsklinik beraten lassen sollten!
Besteht der Wunsch nach weiterer gebündelter und auch offiziell von "höchster Instanz" gegebener Information so klicken Sie auf die roten Schriftzüge.
Pressemitteilung der DGK ( der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie) von 4/07
Positionspapier der DGK zur Wirksamkeit und Sicherheit von Medikamenten freisetzenden Stents (DES)
Pressemitteilung der 31. Herbsttagung der DGK in Köln 2007
1990 2006
